Meine Insel, mein Ding.

Von Westerland über Neu-Delhi bis nach Reykjavik? Für den Sylter Nachwuchsfotografen Nann-Nauke Jaschinski eine attraktive Route. Rückkehr nicht ausgeschlossen, ein Glück! 

Er hat noch keine zwanzig Jahre im Gepäck und weiß schon ganz genau was er möchte. Oder besser gesagt, was er nicht so gerne möchte. In die elterlichen Fußstapfen treten? Eher unwahrscheinlich. Und trotzdem wird im gastronomischen Familienbetrieb »Zur Eiche« angepackt, wenn Not am Mann ist. Seine Leidenschaft, und da ist sich Nann-Nauke Jaschinski absolut sicher, brennt für die Fotografie. Ein anderes Berufsfeld? Undenkbar.

 Der Sylter Strand by  Nann-Nauke Jaschinski

Der Sylter Strand by Nann-Nauke Jaschinski

Mit vierzehn Jahren schnappt sich der gebürtige Insulaner die »schrottige« Spiegelreflexkamera seines Bruders Matz-Momme. Freunde und Familie zeigen sich begeistert, zum nächsten Geburtstag gibt es die erste eigene Canon. Seither ist es um ihn geschehen, die Kamera immer mit dabei. Sogar das Wellenreiten musste weichen, denn mit dem Beginn seiner Ausbildung zum Fotografen ist die Zeit schließlich noch knapper als zu Schulzeiten. Seine Lieblingsmotive? Schwer zu sagen, festlegen möchte er sich da nicht. Seine »Phasen halten meist mehrere Wochen an, dann muss etwas Neues her«. Klar, die Sylter Natur und die Landschaft spielen eine wesentliche Rolle, »ohne geht es nicht«, macht Nann-Nauke deutlich. »Bei blauem Himmel gehe ich aber gar nicht erst los. Es muss etwas bewölkt sein, am liebsten abends«.

Doch auch bei seinen Portraits beweist er kontinuierlich ein starkes Auge. Sich also einfach so in eine Schublade stecken zu lassen oder irgendein Stereotyp zu erfüllen, käme für ihn nicht infrage. Wieso auch, wenn man anders und nicht dem Mainstream entsprechend sein kann?

Mit seinem Modestil setzt das talentierte Inselkind ebenso bewusst Statements, wie mit seinen Fotografien. Zu bunt, zu laut zu bearbeitet meinen die Einen. Künstlerisch wertvoll, modern und schick die Anderen. »Es interessiert mich eigentlich nicht wirklich, was die anderen denken, denn ich versuche immer mein persönliches Gleichgewicht zu finden. Unterm Strich bin ich mein größter Kritiker, nur so kann ich mich auch verbessern«, gesteht der junge Mann, der im kommenden Jahr mit seiner Ausbildung bei Foto Mager fertig ist. Wohin es dann geht? Natürlich erst mal runter vom Sandknust, hinaus in die Welt. Eigentlich ein Muss für die insularen Sprösslinge, um die Insel so richtig lieben zu lernen. Statt nach Australien oder Neuseeland zieht es den Nachwuchsfotografen allerdings zunächst nach Indien und anschließend nach Island. Und danach? »Mal sehen, so einen genauen Plan habe ich noch nicht. Ich möchte mich auf jeden Fall weiterentwickeln und wünsche mir sehr von der Fotografie leben zu können.« Und wenn alle Stricke reißen? »Dann werde ich Restauranttester, vielleicht keine schlechte Alternative«.

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Familiensache

Der waschechte Sylter stammt aus einer richtigen Kreativfamilie: Schwester Svea studierte Modedesign und gründete mit ihrem Westerländer Geschäft »Alte Wäscherei« ein Paradies für Interieur und Floristik, Mutter Silke besitzt ebenfalls einen ausgeprägten Sinn für Mode und Interieur Design, Vater Olaf und Bruder Matz-Momme beherrschen alle Regeln der Kochkunst im Familienbetrieb »Zur Eiche« in Tinnum. Weitere Motive von Nann-Nauke gibt es auf www.naukepictures.de, bei Instagram und Facebook.

 

Ein Artikel für das Magazin Natürlich Sylt für die Winterausgabe 2017.