Schmuckverliebt

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Diamonds are a girls best friend – wie wahr. Oder besser gesagt: Ketten, ob lang oder kurz, Ohrstecker, Kreolen, Ringe, Armbänder, Armreifen und so weiter. Kann man davon eigentlich jemals genug am Hals und in der Schatulle haben? Schwierig. Jeder Anlass verdient sein besonderes Schmuckteil, jedes Outfit den passenden Klunker. Wirklich?

Etepetete – Ein Label von der Küste

Wäre es nicht viel sinnvoller die Kohle seltener, dafür allerdings in hochwertigere Stücke zu investieren? Definitiv. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt, schaffe ich es seit einiger Zeit immer öfter zu widerstehen und schlichtweg das zu kombinieren, was ich schon besitze. Zugegeben, das ist nicht gerade wenig Zeug, das meiste davon leider auch nicht viel wert, aber jede meiner letzten Errungenschaften erzählt eine Geschichte und hat somit eine individuelle Bedeutung für mich. So auch die Kette „Ebbe“ von Etepetete, einem Label von der Küste.

 (c) Kim Sieper

(c) Kim Sieper

Die Ebbe-Kette

Der handgefertigte Anhänger ist eine Hommage an das Meer, an wundervolle Momente am Watt und am Strand, an Barfußerlebnisse im Sand, geformt durch die Gezeiten. Als gebürtiges Inselkind bin ich mit der Nordsee großgeworden, Ebbe und Flut sind für mich auch als Surferin ständige Begleiter. Ich liebe das Meer, das Raue, das Kühle und die endlose Weite, die es mit sich bringt. Der Geruch der Seeluft, das Rauschen der Wellen und das im Wind tanzende Dünengras. Das Schönste überhaupt. Dinge, die auch Etepetete-Schmucklabel-Gründerin Carla als echte Küstenperle zu schätzen weiß. Sie stammt ursprünglich von der Ostseite Schleswig-Holsteins, aus Winnemark an der Schlei. Etepetete hat Carla im vergangenen Jahr während ihres Studiums „Schmuck, Technologie und Business“ in Kopenhagen entwickelt und lanciert. Aus Leidenschaft, Interesse und Neugier, stets angetrieben von der Liebe zum Meer und zum Segeln. Davon hat sie mir erzählt...

Sylt

Von Küstenkind zu Küstenkind

Julz: Moin Carla! Wie hast du zu deinem Beruf gefunden und was hat dich dazu inspiriert dein eigenes Schmucklabel zu gründen?

Carla: Ich wollte schon immer etwas Kreatives machen. Die Kunst und das Kreieren an sich haben mir viel Spaß gemacht und so fing es schon früh an bei mir. Zunächst mit Handtäschchen und Ketten, zu meinen Abschlüssen habe ich meine eigenen Kleider genäht. Als ich dann mit der Schule fertig war, habe ich erst überlegt Zahnmedizin zu studieren. Als ich meiner Oma davon erzählte, reagierte sie regelrecht entsetzt und sagte nur „ich dachte du machst etwas Künstlerisches“. Spätestens dann war die Sache für mich eigentlich klar. Per Studiumsuchmaschine habe ich dann meinen jetzigen Studiengang „Schmuck, Technologie und Business“ gefunden. Währenddessen habe ich angefangen „Etepetete“ ins Leben zu rufen. Vom Businessplan übers Logo bis hin zu den von mir handgefertigten Schmuckstücken. Alles kommt aus einem Guss.

Julz: Hört sich spannend an! Wie bist du auf den Namen gekommen?

Carla: Ich bin mein Leben lang mit meinen Eltern gesegelt und habe dabei immer philosophiert, wie denn mein Boot irgendwann heißen könnte. Ollis Kahn, Unsinkbar 2,... nee, Etepetete ist die einzige Option. Ich mag das Ironische, das dieses Wort verkörpert. Es spiegelt auch ganz gut unsere nordische Art und den teils kühlen, trockenen Humor wieder. Für mich bedeutet es, sich nicht allzu ernst zu nehmen, die Dinge auch mal lockerer zu betrachten. Da das Boot leider noch nicht in Reichweite ist, fand ich den Namen für mein Schmucklabel sehr passend. 

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Julz: Gibt es bestimmte Materialien und Techniken, mit denen du besonders gerne arbeitest, die auch diese nordische Art wiederspiegeln?

Carla: Durch mein Studium habe ich die Chance viele Sachen und Methoden auszuprobieren. Es gefällt mir sehr die verschiedenen Stoffe kennenzulernen. In der aktuellen Kollektion wende ich verschiedene Verfahren an; ich gieße, hämmere und löte zum Beispiel. Einige Stücke, wie die Ebbekette, werden retikuliert. Momentan bin ich ein großer Silberfan, mir gefällt die Farbe und das Kühle. 

Julz: Was sind deine Zukunftspläne und Wünsche für Etepetete?

Carla: Ich liebe das Segeln, in mir schlummert immer dieser Drang ans Wasser zu gehen, klar die Natur generell ist wunderschön, doch am Meer fühle ich mich zuhause, dort kann ich tief durchatmen. Deswegen wünsche ich mir auch zukünftig, dass ich Etepetete weiter in diese maritime Richtung erfolgreich ausbauen und noch weitere Meeresliebhaber/innen begeistern kann. Mein größter Traum ist es irgendwann von einem Boot oder Schiff aus zu arbeiten, mobil zu sein und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel zu haben.

Julz: Wohin geht’s dann als erstes?

Carla: Erstmal über die Ostsee und dann um die Welt. Immer mit dabei ist natülich die Schmuckwerkstatt. Ich liebe das, was ich tue, aber wenn man das zu sehr macht, dann wird es einem irgendwann sauer. Ich glaube, es ist wichtig die Balance zu finden: Die Finanzierung des eigenen Lebensunterhaltes sollte gedeckelt sein und dabei sollte es trotzdem möglich sein das Leben zu genießen und es einfach lebenswert zu machen. 

Julz: Welche Entwicklung würdest du in der Schmuckbranche gerne sehen? 

Carla: Es sollte noch mehr Transparenz geben. Vor allem in Bezug auf die Materialien, wo die verschiedenen Steine, Metalle etc. herkommen. Es fühlt sich an, als gäbe es seitens der Schmuckdesigner eine große Bereitschaft Erfahrungen und verschiedene Arbeitsprozesse zu teilen, das gefällt mir sehr. Ich fände es toll, wenn sich die Branche weiter Richtung Slow Fashion bewegen würde, grundsätzlich auch noch mehr zeitloser Schmuck kreiert werden würde. 

Julz: Gibt es etwas, das du mit Etepetete gerne bewirken und verändern möchtest?

Carla: Ich möchte versuchen meinen Kunden das Bewusstsein für das Meer näher zu bringen und ihnen zu zeigen, wie kostbar es doch ist. Wenn ich sie dann noch dafür sensibilisieren kann, sich dafür einzusetzen, wäre das natürlich großartig. Wenn ich mit Etepetete stark genug bin, möchte ich gerne einen Teil des Erlöses spenden und in den Naturschutz fließen lassen. Unsere Umwelt liegt mir sehr am Herzen und diesen Gedanken trage ich stets im Hinterkopf.  

Etepetete

Weitere Infos zu Carlas Label gibt's HIER

Und: Über Ostern, vom 29.03.-03.04.18 verschenke ich gemeinsam mit Carla eine schicke Ebbe-Kette in silber via Instagram. Schaut also gerne einfach mal bei mir auf @julzvonsylt vorbei. 

ETEPETETE IN A NUTSHELL