Rumgeeier auf dem Hansenhof

Dass der Sylter Inselosten sehr besonders und schon irgendwie anders ist, erkennt man auf den ersten Blick. Hier stehen weder Häuser noch Pferde dicht an dicht, die Wiesen und Felder wachsen und gedeihen in den schönsten Grüntönen, man lässt sich seinen Freiraum und genießt die Idylle. In Morsum, fernab vom Westerländer Trubel, am östlichsten Inselzipfel, da scheint die Welt noch in Ordnung. Probiert man eines der Sylter Eier vom mittlerweile berühmten Hansenhof, scheinen auch die letzten Zweifel mehr als unbegründet. Dieses Dorf und seine Landwirtschaft sind mehr als intakt.

Das Sylter Ei

Andreas Hansen, gelernter Elektriker, mutiger Visionär, gnadenloser Sprücheakrobat, ein Macher der ganz besonderen Art (ein Morsumer eben), ist ein Mann dem die Ladies vertrauen. Rund 2.500 Stück ihrer Art. Hühner um genau zu sein, der einzige Hahn im Korb ist er selbst, vielleicht noch sein Neffe Norman und sein Schwiegersohn Sebastian, doch Chef sein kann eben nur einer. Seit 1750 hat die Familie Hühner auf dem Hof, es wurde stets expandiert, improvisiert und optimiert. Zwar legen die „Lohmänner“ nicht die meisten Eier, doch diese außergewöhnliche Spezies liegt qualitativ eben ganz weit vorne. Und darauf kommt es bei den Hansens an. „Auch die Psyche der Hühner ist entscheidend. Dann flutschen die Eier wie verrückt. Geht es den Damen schlecht, dann schmeckt man das auch“, macht Andreas Hansen deutlich. Neben dem luxuriösen Stall gackern und spazieren die Tiere auf über 12000 Quadratmetern Fenne, die direkt an den Hühnerpalast anschließt. Doch das eigentliche Eierlegen findet im Dunklen statt. „Dafür gehen meine Damen in die Legebox, denn sie brauchen ihre Ruhe. Grelles Licht mögen sie nicht so gerne“, erklärt Hansen. 

Wie kommt das Ei auf's Brot?

Von der Legebox aus wandern die Eier auf ein Laufband, welches wiederum in einen vergleichsweise kleinen Nebenraum führt. Dort werden sie nach Gewicht und Größe automatisch separiert und schließlich per Hand in die jeweiligen Pappschachteln einsortiert. Das i-Tüpfelchen ist der Hansenhof-Logo-Stempel, eine Sonderanfertigung, die es so für Eier noch nicht gegeben hat. An diesem Aufdruck erkennt man das echte Hansenhof-Ei. „Und dann gibt es ja noch einen zweiten Stempel“, stolz hält Andreas Hansen ein Ei mit gekreuzten Säbeln in der Hand. Neben Eier Petersen ist das kultige Restaurant Sansibar der größte Kunde. „Die Sansibar-Eier gibt es aber so nicht im Verkauf, auch wenn ich ständig danach gefragt werde“, plaudert der lockere Morsumer geradeheraus und erinnert sich schmunzelnd an zahlreiche skurrile Geschichten.

Ein Hansenhof-Besuch lohnt sich immer

Der etwas längere Weg in den Insel-Osten lohnt sich allemal, so bietet der eigene Hofladen, neben den prächtigen Eiern versteht sich, ein fabelhaftes Sortiment an kulinarischen Köstlichkeiten. Sonntags ist zu, dafür gibt es in der Hof-Einfahrt eine reetgedecktes Häuschen à la Honesty-Box mit Eiern und Kartoffeln. Frischer geht’s wirklich nicht. 

Der Hansen-Hof-Online-Shop

Wer es sobald leider nicht auf die Insel schafft und sich dennoch nach den Sylter Eiern sehnt, hat großes Glück. Seit einiger Zeit hat der Hansen-Hof einen eigenen Online-Shop und verschickt neben den vielen Köstlichkeiten auch die Morsumer Eier. Keine Sorge, natürlich bestens und sicher verpackt. Zum Online-Shop

Erschienen im Riel-Magazin.