Pia Opfermann: Die tägliche Dosis Meer

 »Ich war noch nie auf Sylt«, gesteht Pia Opfermann. Ganz bestimmt fällt einigen Insulanern just in dieser Sekunde vor lauter Schreck das friesische Porzellanservice vom Tablett. Noch nie auf Sylt gewesen? Das kann gar nicht sein. Ein Irrtum, eindeutig. Muss ja! Wer in den vergangenen Monaten eisern den Relaunch von der Insel-Website www.sylt.de verfolgt hat, dem sind mit Sicherheit die kleinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen aufgefallen. Die charmanten Icons sind auf jeder Seite zu sehen und verkörpern sämtliche Motive, die für Sylt stehen: Möwen und Strandkörbe, Leuchttürme, die Insel-Silhouette und vieles mehr. Pia, noch nie vor Ort gewesen also? Kaum zu glauben, denn was die gelernte Mediengestalterin Schrägstrich studierte Kommunikationsdesignerin auf dem Papier und schließlich Bildschirm illustriert hat, ist nicht nur bezaubernd, sondern eben auch die volle Dosis Sylt.

Mit Liebe und viel Meer

»Es muss mit Liebe gemacht sein«, das hat erste Priorität. Etwas zu erschaffen, das nicht so vergänglich ist, das liegt ihr am Herzen. In dieser schnelllebigen Welt, sind es genau diese Ziele und Ambitionen, die Pia Opfermann von der Masse abheben. Auf verspielte und doch puristische Art, mal in Farbe oder in schwarz-weiß, kreiert sie Kunstwerke, die berühren. Ihre Motive, häufig geprägt von geometrischen Formen, könnten vielfältiger nicht sein und dennoch enthalten sie immer eine Dosis Wasser, Wind und Wellen.

Das besondere Gefühl

Zwar wohnt die gebürtige Krefelderin nicht am Meer, dennoch ist sie tief damit verbunden. Das sieht man auf Anhieb. Schon früh ist diese ganz besondere Leidenschaft für das Meer entfacht. »Bestimmt auf einem der Familienausflüge in die benachbarten Niederlande«, ist sich Pia sicher. Gerne erinnert sie sich an die unzähligen Stunden, die sie bei ihren Großeltern am Strand verbracht hat, an die vielen Eindrücke, das Kreischen der Möwen, die schäumende Brandung. Doch auch dieser Instinkt, das besondere Gefühl für die Kunst, scheinen generationsübergreifend zu sein. Pias Großvater war im Vorstand des Kunstvereins Krefeld, ist Architekt, Kunstsammler und zudem ihr größtes Vorbild. Picasso und Co. wurden ihr also in die Wiege gelegt. Klar freut es dann die Familie, dass Pia ihre Passion zum Beruf gemacht hat. Ginge auch fast nicht anders, denn in den unpassendsten Momenten kommen ihr Ideen in den Kopf, die sie auch umgehend zu Papier bringen muss. Sonst wird sie »unruhig und kribbelig, der Gedanke muss einfach umgesetzt werden«.

Die Vielfältigkeit der Natur

Völlig logisch, dass Skizzenbuch und Tuschkasten stets treue Begleiter sind. Wie man ihren Stil beschreiben könnte? »Den habe ich gar nicht wirklich«, zeigt sich Pia offen. Sich auf eine Technik, einen Pinsel, eine Farbe festzulegen käme für sie sicher nie in Frage. Sie hat ihren eigenen Kopf, eigene Vorstellungen, lässt sich eben nicht verbiegen und probiert sich gerne aus. Zum einen ist es die Verbundenheit zum Wasser, die sich in Pias Werken wiederfindet. Zum anderen das Fernweh. Die Sehnsucht nach dem Paradies, nach der perfekten Welle, fernab von Stress und Trubel. »Meine Inspiration ist die Vielfältigkeit der Natur. Wenn ich etwas über das Wellenreiten oder ähnliches zeichne, fühle ich mich dem Meer direkt ein Stückchen näher. Ich bin entspannt, mein Kopf ist frei. Nirgendwo sonst geht das besser als am Meer«, erklärt Pia. Recht hat sie. Da spielt es auch gar keine große Rolle, ob sie nun schon mal auf Sylt war oder nicht. Spätestens seit ihrem virtuellen Sylt-Debüt müss- ten ihr die insularen Herzen zu Füßen liegen, zahlreiche Einladungen in ihrem Posteingang eingetrudelt sein. Da ist die erste Sylt-Dosis bestimmt nicht mehr fern. Und Scherben bringen ja bekanntlich Glück, insbesondere die friesischen.

Was Pia im Augenblick macht, erfahrt ihr im bluemag. Lust auf eine Illustration von Pia? Dann schaut einfach mal in ihrem Shop vorbei: Pia Opfermann // www.piaopfermann.com // info@piaopfermann.com Instagram: @piaopfermann

Dieser Artikel ist ursprünglich in dem Magazin Natürlich Sylt erschienen.