Sri Lanka: Ladies & Ladies

Surftrips sind nur was für Männer? Weg mit den Klischees, her mit dem Paradies.

Moin Moin Sri Lanka

„Tuk Tuk! Taxiii!“ Es ist laut und heiß als wir um zehn Uhr morgens in Colombo mit Sack und Pack aus dem Flughafen stolpern. Um uns herum sammelt sich eine "charmante" Horde Männer, die uns ihre tatkräftige Unterstützung anbietet und bereitwillig wohin auch immer fahren möchte. ‚Sehr nett’ denken wir uns, bleiben, wie könnte es anders sein, entspannt und lassen die vielleicht doch etwas aufdringlichen Typen stehen. Am Gepäckband wurden Röhrenjeans und Boots bereits kurzerhand in Hotpants und Flipflops getauscht. Und dann geht es los: Fünf Wochen Surf-Abenteuer in und auf Sri Lanka. Ich glaube keine von uns war je urlaubsreifer, je so hungrig nach Wellen, Sonne und Entspannung.

Rockside Beach Resort

Nach ein paar Tagen im fabelhaften Rockside Beach Resort bei Kumpel Jan, eine Wellnessoase mit Privatstrand und Luxusbuffet, erobern wir unseren ersten Surfspot in Ahangama, ein kleines Dorf an der südlichen Westküste gelegen. Ein vielseitiger und weiter Beachbreak, der zudem links und rechts attraktive Pointbreaks zu bieten hat. Von glassy Druckwellen über Mördercloseouts bis hin zu friesischem Windhack wird uns alles serviert. Das Wasser ist türkis, um uns herum baden Schildkröten. Das ist pure Freiheit, das reinste Paradies.

Ein Paradies auf Erden

Meine Ladies und ich sind im siebten Surfhimmel, voll und ganz. Nach der Early-Bird-Longboard-Session in Weligama und anschließendem Frühstück geht’s inklusive Kokosnuss, der Blick gen Indischen Ozean gerichtet, auf den Liegestuhl. Einfach mal nichts tun, tief durchatmen und den Kopf ausschalten.

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Sightseeing in Unawatuna

Aber nur relaxen zwischen den Surfeinheiten wäre auf Dauer auch irgendwie langweilig. Wir wollen raus, was sehen und die Kultur erleben. „Kommt Mädels, wir fahren nach Unawatuna!“. Gesagt getan. Ruckzuck schnappen wir unsere mit Kameras, Sonnencrème und Rupien gefüllten Jutebeutel und springen in den nächsten Bus. In Unawatuna (wir taufen es Hakuna Matata), ein touristisches völlig entspanntes Hippiedorf, gibt es gefühlt alles, was die Vorstellungskraft hergibt. Freundliche Straßendealer und gemütliche Stricklieseln, Ramschläden und Juweliere, die köstlichsten Brownies, sri-lankische Künstler und ein winziges Tattoostudio. Tattoos im Urlaub? Wer macht das denn?! Wir. Alle vier. Und so wurden mal eben ganz spontan Finger, Arme und Schlüsselbeine mit Kleinigkeiten bemalt. Ein Souvenir, das uns für immer verbindet, so viel ist sicher.

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Istuth-tie Sri Lanka

Was wir sonst noch so erlebt haben am Rande des täglichen Surfwahnsinns? Da wären zum Beispiel skurrile Parties in Kliffbars, chaotische Städtetrips nach Galle und Matara, ein besonderer Tempelbesuch inklusive Segnung eines Mönchs, unzählige Cappuccinos in den schönsten Strandcafés, unvorstellbar scharfes und dennoch göttliches Curry, wohltuende Massagen oder die private Safari. Die Liste scheint endlos, die Erlebnisse einzigartig. Was bleibt ist pure Begeisterung, ein entspanntes Gemüt und noch größerer Surf- und Reisehunger. Istuth-tie Sri Lanka, see you soon.

Ursprünglich erschienen in dem SAND BANK SYLT Journal // www.sandbanksylt.de